Kausalität – Veränderung

 

Wir sind einem steten Wechsel unterworfen. Jede Sekunde finden rund 6 Trillionen Reaktionen in unserem Körper statt. Unsere Haut ersetzt sich jeden Monat einmal. Unsere Magenhaut erneuert sich jeden 5. Tag. Die Leber alle sechs Wochen. Unsere Knochen alle 3 Monate. Innerhalb eines Jahres erneuern sich 98% aller Atome in unserem Körper. So gesehen verändert sich unser Körper, verändern wir uns jede Sekunde, jede Minute. Dies mehrheitlich unbewusst.

Diese Veränderungen spielen sich jedoch nicht nur in unserem Körper, sondern in jedem einzelnen Menschen ab.

Jede Minute atmen wir diverse Male ein und aus – verändern so die einzuatmende Luft unserer Mitmenschen, unserer Atmosphäre. Die Luft, die wir ausatmen wird von jemand anderem wiederum eingeatmet und umgekehrt.

Alles, was wir sagen und tun hat einen direkten Einfluss auf unsere Mitmenschen. Demzufolge ist alles miteinander verbunden, zusammenhängend, von einander abhängig.

Wenn wir diese Zusammenhänge vertiefen, können wir erkennen, dass was wir sagen und tun oft in den Mantel unserer eigenen Erwartungen eingehüllt sind. Wir sagen und tun das, was wir aus der Routine, unseren vergangenen Erfahrungen heraus stets angewendet haben. Dies gibt uns Sicherheit, denn wir können das Resultat aus vergangenen Situationen ableiten.

Wir unterbinden so jedoch die Möglichkeit von Veränderung. Wir haben die Wahl jeden Moment mit den Augen der Erfahrungen der Vergangenheit anzuschauen oder als das zu erkennen, was er ist, ein einzigartiger noch nie da gewesener Moment mit unendlichen Möglichkeiten. Wie unser Körper sich von Sekunde zu Sekunde verändert, so verändert sich auch die Realität. So gesehen ist es unsere Ignoranz der Realität gegenüber (die Realität mit der Vergangenheit zu vergleichen) die uns immer wieder den gleichen Herausforderungen gegenüberstellt. So lange wir versuchen, dieselbe Handlung, dieselbe Situation anhand vergangener Werte und Erfahrungen zu leben, wird sich nichts verändern. Was wir jedoch erfahren, wird gegebenermassen Schmerz und Unerreichbarkeit sein, denn wir können, so intetenisv wir es auch versuchen, die Vergangenheit nicht mehr ändern.

Versuchen wir jedoch die Dinge so zu sehen, wie sie sind, deren effektive Realität erkennend (ohne Deckmantel der Vergangenheit), so schenken wir dem Jetzt eine unendliche Kraft.

Ein Kind, welches die heisse Pfanne anfasst und sich die Finger verbrennt, lernt, dass ihm eine heisse Pfanne Schmerz zufügt. Es wird, um dem Schmerz zu entgehen, die heisse Pfanne nicht mehr anfassen. Oder aber, die Realität missachtend, sich solange die Finger verbrennen, bis es schlussendlich realisiert, dass eine heisse Pfanne nicht ohne Schutz angefasst werden soll.

Ein Erwachsener, der sich stets denselben Problemen gegenüber stehen sieht, wird erkennen, dass das Festhalten gegebener Strukturen, das Weiterführen von nicht zum gewünschten Ziel führenden Taten, die Quelle des Schmerzes sind. Einzig ein Loslassen der gegebenen Strukturen, ein Reevaluieren der Ziele und das effektive Handeln anhand der Realität wird Heilung bieten.

Beide Beispiele haben etwas gemeinsam: Die Ignoranz der Situation (die Pfanne ist heiss und das bewusste Weiterführen nicht zielorientierter Handlungen). Wir ignorieren, weil wir meinen die Situation zu kennen, weil wir der Situation unsere Erwartung einverlaiben. Die Quelle aller Schmerzen.

Wir wünschen uns Veränderung, stets mit der Vergangenheit in Gedanken, jedoch ohne die effektive Realität miteinzubeziehen.

Wenn wir uns bewusst sind, dass unser Handeln durch unsere Erwartungen gesteuert werden, erkennen wir, dass wir die Realität nicht als Realität sondern als Traumwelt wahrnehmen. Wenn wir anstelle unserer Erwartungen die Realität der Dinge als Ausgangspunkt unseres Handelns nehmen, so ermöglichen wir einen Ausstieg aus dem „Teufelskreis“.

Wir geben effektiver Veränderung eine Chance, wir handeln bewusst entsprechend unserer ureigenen Natur. Stell dir vor, die Abläufe unsers Körpers würden sich stets im Kreise drehen. An den Giften und Abfallprodukten unseres Körper festhaltend. Die Toxine nicht ausscheiden sondern immer weiter verarbeiten, sich ihnen „ergeben“ – wir würden innerhalb kurzer Zeit sterben.

Wenn wir beginnen, unser Leben ganzheitlich anzuschauen, so verstehen wir, dass wir keine Chance haben gegen die Urmächte der Natur anzukämpfen. Natur sei hier der Überbegriff unsers Lebens, unsers Körpers, unserer Umwelt.

Geben wir Veränderung eine Chance. Einzig realitätsbezogene Veränderung, das Loslassen von gegebenen, unbefriedigenden Strukturen ermöglicht einen Neubeginn. Wir beginnen unser Leben jeden Tag, wenn wir aufwachen, von Neuem.

Wir haben die Wahl, an Vergangenem festzuhalten oder aber Vergangenes als das zu erkennen was es ist: Eine nicht mehr veränderbare Situation ohne Kraft für den jetzigen Moment.

Wir haben keinen Einfluss mehr auf die Vergangenheit.

Wir haben auch keinen Einfluss auf die Zukunft – sie wird kommen, wir wissen jedoch nicht, wie sie sich uns präsentiert.

So bleibt einzig das Jetzt. Der einzige Zeitpunkt, den wir bewusst leben und erleben können.