Phasen des Lebens

Die Unschuld des Neugeborenen

Jeder Mensch kommt als unbeschriebenes Blatt zur Welt, ohne Schuld, Vorurteile oder bewusste Prägungen. Psychologisch gesehen ist diese Phase durch ein hohes Mass an Potenzial und Offenheit gekennzeichnet. Die frühe Kindheit ist eine Zeit, in der das Gehirn besonders plastisch ist und daher leicht beeinflusst werden kann.

Das Zähmen des Neugeborenen

Ein Säugling, der keine Lebenserfahrung hat, ist in gewisser Weise wie ein wildes Tier, das von seinen Betreuern geführt werden muss. Das «Zähmen des Neugeborenen» kann als Prozess der Anpassung an die gesellschaftlichen Normen und Werte verstanden werden. Eltern, Geschwister, Betreuer und/oder nahestehenden Personen agieren dabei in bester Absicht, um das Kind in eine Richtung zu lenken, die sie für richtig und notwendig halten. Dies geschieht aus Liebe, unbewusst aber auch durch Ängste und eigene unverarbeitete Traumata.

Transgenerationale Weitergabe

Unverarbeitete Traumata oder ungelöste Konflikte der Vorfahren können auf die nachfolgenden Generationen übertragen werden und das Verhalten und die Emotionen des Kindes unbewusst beeinflussen.

Werte, Ideale und Normen werden vermittelt und verinnerlicht. Die Psychologie spricht hier von der Internalisierung sozialer Normen, die massgeblich das spätere Verhalten und die Wahrnehmung des Individuums bestimmen.

Die Identitätskrise

Nach Jahren der Prägung und Erziehung blickt der Erwachsene in den Spiegel und stellt sich die fundamentale Frage: «Wer bin ich eigentlich?». Diese Phase der Selbstreflexion ist oft begleitet von einer Identitätskrise. Die in der Kindheit und Jugend erlernten Muster und Überzeugungen werden hinterfragt, und es beginnt eine Suche nach dem wahren Selbst, losgelöst von den Erwartungen und Prägungen der Umgebung. Diese Krise ist ein natürlicher und wichtiger Teil des psychologischen Wachstums und kann zu tiefen Einsichten und persönlicher Reife führen.

Heilung durch Vergebung

Ein wesentlicher Schritt zur Heilung dieser Wunden ist die Vergebung.

Vergebung, sowohl sich selbst als auch anderen gegenüber. Dies ist ein kraftvoller Akt der Befreiung und des Loslassens. Durch Vergebung wird der Schmerz nicht nur anerkannt, sondern auch transformiert. Es ermöglicht dem Individuum, Frieden mit der Vergangenheit zu schliessen und den Weg für eine gesündere und authentischere Zukunft zu ebnen.

Fazit

Der Prozess der menschlichen Entwicklung von der Unschuld des Neugeborenen über die Phasen des Zähmens, Prägung und Erziehung bis hin zur Selbstfindung und Heilung ist ein