Die Idee eines Zen-Meister besteht darin, einen reflektierenden Spiegel zu präsentieren. Keine leere Oberfläche, sondern eine Leinwand, auf der man sich selbst konfrontiert. Wie der Mond auf der Wasseroberfläche.
Wenn man einem Zen-Meister gegenübersteht, sieht man eigentlich nicht seine, sondern die eigenen Grenzen.
Das Konzept legt nahe, dass wenn der Zen-Meister streng erscheint, dies die Schuldgefühle des Schülers widerspiegelt und wenn der Zen-Meister schweigsam scheint, könnte dies darauf hindeuten, dass der Schüler zu viel redet. Es gibt zahlreiche Methoden, die ein Zen-Meister anwenden kann, um diese Reflexion zu erreichen. Manchmal lassen sie den Schüler in Schwierigkeiten reden, schocken sie aus ihren Annahmen heraus oder weisen sie zurecht. Im Wesentlichen jedoch ist alles, was man vom Gegenüber wahrnimmt, eine Projektion des eigenen inneren Selbst.
Ein Weiser, so wird angenommen, ist jemand, der das Gute in jedem Menschen, dem er begegnet, hervorbringt und die wahre Natur oder den besseren Teil jedes Einzelnen verkörpert.